Allgemeine und Biologische Psychologie

Expi (Psy_B_3)

PSY_B_3: Experimentalpsychologisches Praktikum im Sommersemester 2021

Kurs Gruppe 1, UnivIS 051231

Dozent: Jürgen Golz

Thema: Illusion der explanatorischen Tiefe

Inhalt: In diesem experimentalpsychologischen Praktikum soll das Phänomen untersucht werden, dass Personen häufig meinen, ein tiefereres und präziseres Verständnis von komplexen Zusammenhängen zu besitzen, als es in der Tat der Fall ist. In dem expermimentellen Paradigma, mit dem Rozenblit und Keil (2002) die Untersuchung der sog. "Illusion der explanatorischen Tiefe" initiert haben, werden die Versuchspersonen gebeten, anzugeben, wie gut sie ihrer Meinung nach die Funktionsweise von alltäglichen Mechanismen (wie z.B. die Funktionsweise eines Toilettenspülkastens) verstehen. Werden die Versuchspersonen dann jedoch aufgefordert, eine detailierte Beschreibung des Mechanismusses anzugeben oder spezifische Fragen zu beantworten, so erkennen sie i.d.R., dass sie in ihrer anfänglichen Selbsteinschätzung ihr Verständnis überschätzt haben. Gegenstand dieses Praktikums sollen Faktoren sein, die für die Entstehung dieser Illusion relevant sind, insbesondere z.B. die Frage, für welche Inhaltsbereiche sie auftritt.

Literatur:

 

Kurs Gruppe 2, UnivIS 051252

Dozent: Christian Kaernbach

Bemerkung:  -

Thema: Super-Recognizer in vision and audition

Inhalt: Sind Super-Recogniser, also Menschen, die sich Gesichter besonders gut merken können, auch in anderen Bereichen gut im Erinnern? Das wollen wir mit einem Test des auditiven Gedächtnisses bei Super-Recognizern und durchschnittlich begabten Versuchspersonen herausfinden. Wir entwickeln ein Paradigma, mit dem man die Erkennungsleistung im auditiven Gedächtnis anhand von Rauschstimulil messen kann, und testen damit Super-Recogniser, die wir aus einer Datenbank des UKSH beziehen, sowie eine Kontrollgruppe.

Literatur:

  • Russell, Richard; Duchaine, Brad; Nakayama, Ken (April 2009). "Super-recognizers: People with extraordinary face recognition ability". Psychonomic Bulletin & Review. 16 (2): 252–257. doi:10.3758/PBR.16.2.252. PMC 3904192. PMID 19293090.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3904192/
  • Kaernbach, C. (2004). The memory of noise. Experimental Psychology 51, 240-248.
    https://www.emotion.uni-kiel.de/de/kaernbach_veroeffentlichungen_pdf/peer-reviewed-publications/the-memory-of-noise

 

Kurs Gruppe 3, UnivIS 051234

Dozenten: Christian Kaernbach & Jannes Freiberg

Thema: Planarian Cognition 

Bemerkung:  -

Inhalt: Der Plattwurm ist eines der evolutionär frühesten Tiere, die bereits eine Trennung in zentrales und periphäres Nervensystem aufweisen. Mit gerade einmal 50.000 Nervenzellen sind die Tiere in der Lage, Reize kognitiv zu integrieren und zu lernen. Bisher ist jedoch kaum mit psychologischen Methoden erforscht, wie die Tiere lernen, was gelernt werden kann und wie lange es im Gedächtnis bleibt. Ziel dieses Praktikums ist daher die Entwicklung plattwurmgerechter Lernaufgaben zur Untersuchung der kognitiven Leistungsfähigkeit dieser Tiere.

Hierbei handelt es sich um ein Laborpraktikum mit Tierversuchen, d.h. Geduld, eine ruhige Hand und Interesse an Biologie und Biopsychologie sind von Vorteil! Des Weiteren sind Präsenztermine unter Einhaltung der Auflagung unumgänglich.

Literatur:

  • Inoue, T., Hoshino, H., Yamashita, T., Shimoyama, S. & Agata, K. (2014). Planarian shows decision-making behavior in response to multiple stimuli by integrative brain function. Zoological Letters. https://doi.org/10.1186/s40851-014-0010-z
  • Kusayama, T. & Watanabe, S. (2000). Reinforcing effects of methamphetamine in planarians. Neuroreport. https://doi.org/10.1097/00001756-200008030-00033

 

Kurs Gruppe 4, UnivIS 051254

Dozent: Jannes Freiberg

Thema: Basale Kognition – Konditionierung von Pflanzen

Inhalt: Basale Kognition, oder auch Minimale Kognition – Kognitionsartige Leistungen bei Lebewesen ohne klassisches Nervensystem- rücken zunehmend in den Fokus der Wissenschaft mit unerwarteten Erkenntnissen. Aus diesem Themenbereich ist die Pflanzen-Neurobiologie erwachsen, deren Erkenntnisse darauf hindeuten, dass Pflanzen ähnlich komplexe Informationsverarbeitungssysteme besitzen, wie wir sie sonst nur von höheren Organismen kennen. Forschungen zu ihren kognitiven Leistungen sind jedoch noch rar- darum ist das Ziel dieses Praktikums die Untersuchung dieser Fähigkeiten, insbesondere ihrer Fähigkeit zur Reizintegration und ihrem Gedächtnis. Ziel dieses Praktikums ist daher die Übertragung der klassische Konditionierung in ein pflanzengeeignetes Versuchsdesign.

Hinweis: Hierbei handelt es sich um ein Laborpraktikum mit Pflanzenversuchen, d.h. Geduld, eine ruhige Hand und Interesse an Biologie und Biopsychologie sind von Vorteil! Des Weiteren sind Präsenztermine unter Einhaltung der Auflagung unumgänglich.

Literatur:

  •  Gagliano, M. (2015). In a green frame of mind: perspectives on the behavioural ecology and cognitive nature of plants. AoB PLANTS, 7(plu075). https://doi.org/10.1093/aobpla/plu075
  • Gagliano, M., Renton, M., Depczynski, M. & Mancuso, S. (2014). Experience teaches plants to learn faster and forget slower in environments where it matters. Oecologia, 175(1), 63–72. https://doi.org/10.1007/s00442-013-2873-7

  • Gagliano, M., Vyazovskiy, V. V., Borbély, A. A., Grimonprez, M. & Depczynski, M. (2016). Learning by Association in Plants. Scientific Reports, 6(1), 38427. Nature Publishing Group. https://doi.org/10.1038/srep38427

 

Kurs Gruppe 5, UnivIS 051224 

Dozentin: Daniela Renger

Bemerkung -

Themen: Von Meinungsfreiheit bis Hatespeech - wo fängt Toleranz an und wo hört sie auf?

Inhalt: 

In diversen Gesellschaften, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, etc. zusammenleben, scheinen persönliche Ablehnung und Vorurteile einem gesellschaftlichen Zusammenhalt entgegenzustehen. Auf Basis des Ablehnung-Respekt-Modells (Simon et al., 2019) soll erforscht werden, ob gegenseitiger Respekt als gleichwertige Gesellschaftsmitglieder persönliche Ablehnungen „zähmen“ kann und somit Toleranz ermöglicht. Im Rahmen des Experimentalpsychologischen Praktikums sollen Fragen rund um das Thema Toleranz untersucht werden, z. B.:

Ist die Bereitschaft Respekt zu geben und andere zu tolerieren abhängig von der betrachteten sozialen Gruppe? Welche Bewertung ist dafür ausschlaggebend? Welche Rolle spielt das Selbstbild einer Person?
Gibt es Grenzen von Toleranz und wenn ja, wo ziehen Menschen diese psychologisch?
(z. B. untersuchbar anhand von in öffentlichen Medien gemachten „Hate Speech“-Aussagen von Personen über andere Personen(gruppen)).

 

Literatur:

  • Paffrath, J. & Simon, B. (2019). Ablehnung und Respekt: Wechselseitige Zumutungen der Toleranz. Schulmanagement, 50, 12-14.
  • Simon, B., Eschert, S., Schaefer, C. D., Reininger, K. M., Zitzmann, S. & Smith, H. J. (2019). Disapproved, but tolerated: The role of respect in outgroup tolerance. Personality and Social Psychology Bulletin, 45, 406-415.

 

Kurs Gruppe 6, UnivIS 051256

Dozenten: Daniela Renger (Gruppe 6a), Maximilian Brütt (Gruppe 6b)

Thema 6a (Renger): Ist das Fair? Wahrnehmung von Gerechtigkeit und Reaktionen auf Ungerechtigkeit

Inhalt: Gerechtigkeitswahrnehmungen sind abhängig von den Personen, die Gerechtigkeit einschätzen, und von den Situationen, die bewertet werden. Im Experimentalpsychologischen Praktikum werden insbesondere zwei Formen von Gerechtigkeitstrategien als Reaktionen auf Ungerechtigkeit betrachtet: Restaurative Strategien, bei denen es darum geht einen erneuerten Konsens bzgl. der durch die Aktion verletzten Werte herzustellen, und retributive Strategien, bei denen es vorrangig darum geht die Person von der die Ungerechtigkeit ausging zu bestrafen. Es soll untersucht werden, wie Eigenschaften einer Person (z. B. Selbstrespekt) und Eigenschaften der Situation (gerechte oder ungerechte Behandlung) mit der Auswahl restaurativer bzw. retributiver Strategien zusammenhängen (bspw. im Kontext von Bewerbungsverfahren in der Personalauswahl).

Literatur:

  • Okimoto, T. G., Wenzel, M. & Feather, N. T. (2012). Retribution and restoration as general orientations towards justice. European Journal of Personality, 26(3), 255-275.
  • Renger, D. (2018). Believing in one’s equal rights: Self-respect as a predictor of assertiveness. Self and Identity, 17(1), 1-21.

 

Thema 6b (Brütt): Visuelles Gedächtnis und Signalentdeckung 

Inhalt, Literatur: Siehe Kurs Gruppe 7

 

Kurs Gruppe 7, UnivIS 051227

Dozent: Maximilian Brütt

Thema: Visuelles Gedächtnis und Signalentdeckung

Bemerkung: Einführungsveranstaltung am 19.04.21 von 12-14 Uhr online, Raum folgt

Inhalt: Das visuelle Gedächtnis ist in der Lage, verschiedenste Leistungen in der Mustererkennung, -trennung und -vervollständigung zu erbringen. Aspekte dieser Leistungen und der Gedächtnisbildung können auf diverse Arten untersucht werden. Wir wollen uns gemeinsam Möglichkeiten ansehen, diese Leistungen auf den Prüfstand zu stellen und einen Test weiterentwickeln, der einen Einblick in die Funktionsweise des visuellen sensorischen Gedächtnisses bietet. Wir arbeiten dabei mit abstrahiertem Bildmaterial und den Grundsätzen der Signaldetektionstheorie (Signal Detection Theroy, SDT).

Literatur:

  •  Green, D. M., & Swets, J. A. (1966). Signal detection theory and psychophysics. New York: Wiley.
  •  Weitere Literatur wird beim ersten Treffen bekanntgegeben.

 

Kurs Gruppe 8, UnivIS 051243

Dozent: Georg Leistenschneider

Thema: Wahrnehmung alltäglichen Risikos (GL1); Coital Vocalisation (GL2)

Bemerkung: Erstes Planungstreffen 19.4.2021

Inhalt: 

GL1: Eine Stunde FFP2 auf der Nase, nur weil ich mit dem Zug nach Hamburg fahre? Da wähle ich doch lieber die Chindiaper und riskiere mein Leben und das der Mitreisenden… Gerade zu Zeiten einer globalen Pandemie ist Risiko ein alltägliches Thema. Aufgrund der Individualität der Risikowahrnehmung im Alltag, sind Vergleiche zwischen dem Risikoverhalten von Personen nur begrenzt möglich. Gibt es aber vielleicht doch irgendwo gemeinsame Nenner? Wie erleben verschiedene Menschen die gleichen Risikosituationen? Wie verändert sich die Risikowahrnehmung unter verschiedenen Bedingungen? In dieser Gruppe geht es um das Erleben und Verhalten in Verbindung mit Risiko.

GL2: Ah, eh, ih, oh, uh - Warum stöhnst Du? Die Frage warum Menschen beim Geschlechtsverkehr stöhnen haben sich schon viele gestellt, aber nur wenige haben bisher versucht diese wissenschaftlich zu beantworten. In den Beispielstudien wird versucht weibliches Stöhnverhalten standardisiert zu beschreiben bzw. Korrelationen zwischen Stöhnverhalten und Orgasmen aufzuzeigen. Per Online Fragebogen haben wir die Möglichkeit eine erste kleine explorative Übersichtsarbeit für eine Deutsche Stichprobe zu erstellen. Es ist möglich eine ausländische Studie zu replizieren oder aber auch etwas völlig neues zu entwickeln.

Literatur:

  • https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0951832011002584
  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25496783/
  • https://www.researchgate.net/pro fi le/Glyn-Hockey/publication/ 254222143_Effects_of_Negative_Mood_States_on_Risk_in_Everyday_Decision_Making/links/ 54c37b100cf2911c7a4bf242/Effects-of-Negative-Mood-States-on-Risk-in-Everyday-DecisionMaking.pdf
  • https://www.researchgate.net/publication/ 298784653_A_beautiful_noiseWomen_coital_vocalization
  • https://www.researchgate.net/publication/44609177_Evidence_to_Suggest_that_Copulatory_Vocalizations_in_Women_Are_Not_a_Reflexive_Consequence_of_Orgasm?enrichId=rgreq-9bc0dd7e0a87304b12c71a8e81123686-XXX&enrichSource=Y292ZXJQYWdlOzQ0NjA5MTc3O0FTOjEwMzU2ODI5NjEyMDMyN0AxNDAxNzA0MDE0MzQz&el=1_x_2&_esc=publicationCoverPdf

 

Kurs Gruppe 9, UnivIS 051226

Dozent: Christian Neumann

Thema: Expectations of time

Bemerkung: Erstes Treffen 19.04.2021 um 10 Uhr

Inhalt: Bei vielen Dingen im Leben kommt es auf das Timing an. Menschen haben zu jedem Moment zeitliche Erwartungen, die ihnen helfen, auf angemessene Weise auf die Umwelt zu reagieren.
Wenn dir zum Beispiel jemand einen Ball zuwirft, hast du automatisch eine Erwartung, wann er bei dir ankommt, damit du ihn rechtzeitig fangen kannst.
Die zeitlichen Erwartungen können experimentell durch eine Wartezeit (foreperiod) manipuliert werden. Bei diesen Experimenten wird ein Warnsignal präsentiert, das die Versuchsperson auf einen kommenden Stimulus vorbereitet, auf den sie reagieren sollen. Die Zeit, die zwischen dem Warnsignal und dem tatsächlichen Erscheinen des Stimulus vergeht, ist die Wartezeit. Der Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Wartezeiten und ihr Einfluss auf die Reaktionszeit sind bereits gut erforscht. Wir wollen überprüfen, ob die etablierten Befunde dieses Forschungsgebiets in einer experimentellen Online-Studie replizierbar sind.

Literatur:

  • Coull, J. T., & Nobre, A. C. (2008). Dissociating explicit timing from temporal expectation with fMRI. Current opinion in neurobiology, 18(2), 137-144.
  • Nobre, A. C., Correa, A., & Coull, J. T. (2007). The hazards of time. Current opinion in neurobiology, 17(4), 465-470.

  • Niemi, P., & Näätänen, R. (1981). Foreperiod and simple reaction time. Psychological bulletin, 89(1), 133.

 

Kurs Gruppe 10 & 11, UnivIS 051233 & 051242

Dozent: Dirk Bosy

Thema: Selektive Informationsverarbeitung (DB1), konfirmatorisches Hypothesentesten (DB2), Suggestive Befragung (DB3), Verschwörungsglaube (DB4)

Bemerkung: Im Rahmen einer Vorbesprechung erhalten alle Gruppen die Möglichkeit, eigene Themenvorschläge zu machen und mit meiner Unterstützung Fragestellungen zu entwickeln. Alternativ werde ich Fragestellungen zu folgenden Themenbereichen anbieten:

Inhalt: 

DB1: Selektive Informationsverarbeitung: Durch welche Faktoren lässt sich die Aufnahme von Information, zum Beispiel aus geschriebenen oder gesprochenen Texten, beeinflussen und ggf. lenken?

DB2: Konfirmatorisches Hypothesentesten: Durch welche Faktoren wird die Verwendung einer auf die Bestätigung der eigenen Vorannahmen ausgerichtete Überprüfungsstrategie bei der Informationssuche und Informationsverarbeitung beeinflusst?

DB3: Suggestive Befragung: Welche Auswirkungen hat die Verwendung unterschiedlicher Fragetechniken auf die Wiedergabe zuvor aufgenommener Information?

DB4: Verschwörungsglaube und Verschwörungsmentalität: Welche Faktoren beeinflussen die anscheinend zunehmende Bereitschaft, an Verschwörungstheorien zu glauben? Gibt es eine Verschwörungsmentalität im Sinne einer Persönlichkeitseigenschaft? Welche Auswirkungen hat der Verschwörungsglaube auf das tatsächliche Verhalten?

Auch bei den von mir vorgeschlagenen Themenbereichen wird es auf Wunsch die Möglichkeit geben, die konkreten Fragestellungen mitzugestalten.

Literatur:

  •  Wird im Anschluss an die Vorbesprechung bekannt gegeben

 

Kurs Gruppe 12, UnivIS 051237

Dozent: Tom Scherzer

Bemerkung: Erstes Treffen: Di, 20.04.2021, 14:15 Uhr; weitere Termine nach Vereinbarung 

Thema: Vorgetäuschte Attraktivität – Augen zu beim Rendezvous

Inhalt: Bestimmte geometrische Anordnungen können zu erstaunlichen Verzerrungen der visuellen Wahrnehmung führen, wie beispielsweise die Ebbinghaus-, Delboeuf-, Ponzo- und Müller-Lyer-Täuschung demonstrieren. Vieles deutet darauf hin, dass sowohl Low-Level- als auch High-Level-Mechanismen diese Größentäuschungen hervorrufen können (z. B. Mruczek, Blair, Strother & Caplovitz, 2017), doch auch nach über hundert Jahren Forschung fehlt eine überzeugende umfassende theoretische Erklärung für diese Phänomene. Allerdings werden Reizmerkmale, die diese Täuschungen zuverlässig hervorrufen, seit Jahrzehnten in der Mode- und Kosmetikindustrie bewusst oder unbewusst eingesetzt, z. B. durch betonende bzw. kaschierende Schnitte, Muster und Farben von Kleidung oder Kosmetikprodukte wie Mascara, Eyeliner und Lippenstift (Morikawa, 2017). Im Praktikum sollen mögliche Anwendungsgebiete bekannter Täuschungen identifiziert und deren Wirkung auf die wahrgenommene Attraktivität empirisch untersucht werden. Alternativ kann auch zu möglichen Ursachen für bekannte Täuschungen geforscht werden.

Literatur:

  • Morikawa, K. (2017). Geometric illusions in the human face and body. In Arthur G. Shapiro & Dejan Todorovic (Hrsg.), The Oxford Compendium of Visual Illusions (S. 252–257). Oxford: Oxford University Press.
  • Mruczek, R. E. B., Blair, C. D., Strother, L. & Caplovitz, G. P. (2017). Size contrast and assimilation in the Delboeuf and Ebbinghaus illusions. In Arthur G. Shapiro & Dejan Todorovic (Hrsg.), The Oxford Compendium of Visual Illusions (S. 262–268). Oxford: Oxford University Press.

 

Kurs Gruppe 13 & 14, UnivIS 051409 & 051411

Dozent: Nick Schlüter

Thema: Intuitive Physik

Inhalt: Als intuitive Physik bezeichnet man angeborenes oder implizit erworbenes Wissen über physikalische Gesetzmäßigkeiten. Dazu zählen zum Beispiel Annahmen über die Bewegung von Dingen und den dabei wirkenden Kräften (Mechanik), über die Eigenschaften von Licht (Optik), über das Verhalten von Flüssigkeiten sowie über Mengen und Flächen. In einigen Bereichen stimmt unser intuitives Wissen gut mit den tatsächlichen Gesetzmäßigkeiten überein, in anderen Bereichen haben selbst gut ausgebildete Personen abweichende Vorstellungen davon, wie sich die Welt verhält. Beispielsweise stimmen unsere Annahmen über das Verhalten von bewegten Objekten oft nicht mit den Newtonschen Gesetzen überein, sondern mit der bereits überholten Impetustheorie. In diesem experimentalpsychologischen Praktikum soll die intuitive Physik in ausgewählten Bereichen untersucht werden.

Literatur:

  • Bertamini, M., Spooner, A. & Hecht, H. (2004). The representation of naïve knowledge about physics. In G. Malcolm (Hrsg.), Multidisciplinary approaches to visual representations and interpretations (S. 27–36). Elsevier. https://doi.org/10.1016/S1571-0831(04)80030-3
  • McCloskey, M. (1983). Intuitive physics. Scientific American, 248(4), 122–131.

  • Hecht, H. & Proffitt, D. R. (1995). The price of expertise: Effects of experience on the Water-Level Task. Psychological Science, 6(2), 90–95. https://doi.org/10.1111/j.1467-9280.1995.tb00312.x