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  Wo ist da das Problem?  

Ich möchte also den Stift auf meinem Schreibtisch in die Hand nehmen. Als Informationsquelle liegt mir nur ein reichlich verzerrtes und kopfstehendes Abbild des Stifts auf der Netzhaut vor, das sich auch noch ständig ändert, während mein Blick über den Schreibtisch wandert (siehe Mauszeiger).
  • Woher weiß ich dann, wo der Stift ist?
Im Rahmen des Ansatzes der Informationsverarbeitung lautet die Antwort: Das ist eine sehr komplizierte Berechnung, unter Berücksichtigung der Körperhaltung, der Kopf- und Augenstellung, der retinalen Information...
  • Vielleicht sollten wir zuerst fragen: Was heißt es, zu wissen, wo der Stift ist?
Setzt das eine von mehreren Quellen gespeiste zentrale Repräsentation der räumlichen Koordinaten des Stifts voraus, etwa „Der Stift ist 30 cm vor, 15 cm rechts und 40 cm unter“ (vor ... rechts ... unter was? Was wäre der Referenzpunkt?)? Wäre diese zentrale räumliche Repräsentation die Grundlage meiner Greifhandlung? Wer würde sie interpretieren? Mein Homunkulus?

Experimentelle Daten legen eine andere Sichtweise nahe. Räumliches Wissen liegt verteilt vor. Mein linker Arm „weiß“ unabhängig vom rechten, wo das Objekt ist; ja sogar das Wissen, das in unterschiedlichen Bewegungspfaden desselben Arms gespeichert ist, ist zu einem gewissen Grad unabhängig voneinander. Das kann ganz leicht mit einem Experiment zum Selbermachen demonstriert werden.

„Wissen wo“ heißt „Wissen wie“ weiter

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Christian Kaernbach Februar, 2002.