Inhaltliche Fragestellungen:
- Wie nehmen wir Tonhöhe wahr? Die Mechanismen des Innenohrs sind relativ gut verstanden, aber ganz offensichtlich verwertet das Gehirn mehr Information als nur die Frequenzzerlegung im Innenohr. Besonders die Analyse der Zeitstruktur des auditiven Signals scheint wichtig, aber wie sie erfolgt, ist noch unklar.
- Das auditive sensorische Gedächtnis („Echogedächtnis“) ist dem Kurzzeitgedächtnis sehr ähnlich. Der wesentliche Unterschied scheint im Umstand zu liegen, daß ein Rehearsal sensorischer Information nicht möglich ist. Tiere scheinen ebenfalls in gewissem, allerdings beschränktem Ausmaß über ein Echogedächtnis zu verfügen. Besonders interessant: Experimente in Zeitbereichen, wo klassische Gedächtnisexperimente unmöglich sind, z.B. unter 1 s.
- Woher wissen wir eigentlich, wo die Dinge sind, die wir sehen? Blöde Frage: Wir sehen sie doch... Keineswegs. Es ist ein ziemliches Unterfangen, aus dem schwankenden Retinabild und den Rückmeldungen der Muskulatur die Position zu errechnen. Aber machen wir das so? Haben wir zentrale „Koordinaten“ für jedes Objekt? Experimente mit Prismenbrillen geben Aufschluß.
- Es gibt Geräusche, da stehen einem die Haare zu Berge, und andere, da läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Geräusche sind sehr gut geeignet, Emotionen auszulösen. Aber wie können wir die ausgelösten Emotionen objektivieren? Diskutiert werden explizites Urteil, implizite Auswirkungen auf Reaktionszeiten, und physiologische Reaktionen wie die Messung des Hautleitwerts.
Methodische Fragestellungen:
- Hautleitwertmessungen sind nicht nur für den „Lügendetektor“ relevant, sondern auch als ein Maßstab der emotionalen Erregung ein wichtiges Instrument in der Emotionsforschung geworden. Allerdings hat sich noch kein Standard herausgebildet, wie diese Messungen ausgewertet werden sollen. Vorgestellt wird ein Ansatz, wie ereigniskorrelierte phasische Reaktionen aus den Meßdaten extrahiert werden können.
Im Sommersemester 2005 wurden noch viele Vorträge von mir selbst gehalten, siehe folgende Tabelle. Inzwischen ergeben sich viele Vorträge aus den in der Arbeitsgruppe bearbeiteten Themen.
- Wie mißt man am effektivsten eine Schwelle? Klassische Verfahren arbeiten meist mit Paarvergleichen (forced choice). Es hat sich herausgestellt, daß es besser ist, wenn man den Probanden die zusätzliche Möglichkeit gibt, ihrer Unsicherheit Ausdruck zu verleihen, also auch mal keine der angebotenen Alternativen zu wählen.
"Explicit and implicit responses to environmental sounds" (4.6 MB),
dazu Folien aus der Leseanleitung zu LeDoux (340 kB)"Handlungssteuerung und Prismenadaptation" (665 kB). "Grundlagen der Tonhöhenwahrnehmung" (8791 kB)
"Temporale Tonhöhenwahrnehmung" (2103 kB) "The Memory of Noise: Auditiv sensorisches Gedächtnis" (3569 kB)
"Memory is a Mud Trap: Über den Verlauf des Vergessens" (553 kB)
"Künstliche Intelligenz" (598 kB)
"Automatische Verfahren zur Bestimmung der Hörschwelle" (302 kB)
und "Entscheidungstheorie für Unentschlossene" (335 kB)
Literatur:
- Emotionstheorie:
LeDoux, J., Das Netz der Gefühle. Wie Emotionen entstehen. Deutscher Taschenbuchverlag, 2001.