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Christian-Albrechts-Universität zu KielAllgemeine Psychologie I (Motivation, Emotion, Lernen und Gedächtnis) und Biologische Psychologie
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PSY_B_3: Experimentalpsychologisches Praktikum im Sommersemester 2019

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Kurs Gruppe 1, UnivIS 050765

Dozentin: Anne Bachmann

Thema: Wahrgenommene (Un)Gleichheit und Problemlösen

Inhalt: Gesellschaftliche Trends der letzten Jahrzehnte zeigen eine deutliche Zunahme an ökonomischer Ungleichheit, die u.a. mit geringerem sozialen Zusammenhalt, größerer Konkurrenz oder geringerer demokratischer Partizipation assoziiert ist. Die Untersuchung der psychologischen Konsequenzen von wahrgenommener Ungleichheit und ihrer Folgen in Hinblick auf die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen, ist dagegen noch ein junges Forschungsfeld, dem wir uns in diesem experimentalpsychologischen Praktikum widmen wollen. Die Leitfragestellung lautet daher: Welchen Einfluss hat wahrgenommene (Un)Gleichheit auf die individuelle Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen und welche Rolle spielen dabei Faktoren wie soziale Distanz, Informationsverarbeitungsstile oder empfundene Bedrohlichkeit? Hierfür wollen wir (Un)gleichheit experimentell variieren und ihre Auswirkungen auf individuelle Problemlösefähigkeiten untersuchen.

Literatur:

  • Sánchez-Rodríguez, Á., Willis, G. B., & Rodríguez?Bailón, R. (2017). Economic and social distance: Perceived income inequality negatively predicts an interdependent self-construal. International Journal of Psychology, 54(1), 117-125, DOI: 10.1002/ijop.12437
  • Förster, J., & Dannenberg, L. (2010). GLOMOsys: A systems account of global versus local processing. Psychological Inquiry, 21(3), 175-197. doi.org/10.1080/1047840X.2010.487849

Kurs Gruppe 2, UnivIS 050368

Dozentin: Anne Bachmann

Thema: Das Stimmungsparadox beim (kreativen) Problemlösen

Inhalt: Eine große Bandbreite unterschiedlicher Forschungsarbeiten zu den Auswirkungen von Stimmungen auf kreatives Problemlösen zeigt, dass positive Stimmung die Informationsverarbeitung während des Problemlösens hin zu einem abstrakteren, heuristischeren oder auch intuitiveren Informationsverar¬beitungsstil modelliert, der mit dafür verantwortlich ist, dass mehr und unterschiedlichere Dimen¬sionen eines Problems einbezogen, komplexer verknüpft und durchdacht werden, was schließlich zu einer kreativeren Lösung des Problems beiträgt. Dem gegenüber stehen Befunde, die den skizzierten Mechanismus infrage stellen. In diesem experimentalpsychologischen Praktikum wollen wir aufbauend auf der Studie von Kaufmann und Vosberg (1997) überprüfen, ob und welche Rolle neben der Stimmung und dem von ihr angeregten Informationsverarbeitungsstil individuelle Problemlösestrategien (optimieren vs. satisfizieren) auf das Lösen kreativer Probleme haben. Dazu wollen wir Stimmung und Problemlösestrategien experimentell variieren und einen Beitrag zur Lösung des Stimmungsparadoxes auf kreatives Problemlösen leisten.

Literatur:

  • Kaufmann, G. & Vosburg, S. K. (1997). 'Paradoxical' Mood Effects on Creative Problem-solving. Cognition & Emotion, 11(2), 151-170.
  • Kaufmann, G. (2003). Expanding the mood-creativity equation. Creativity Research Journal, 15(2-3), 131-135.
  • Förster, J. & Dannenberg, L. (2010). GLOMOsys: A systems account of global versus local processing. Psychological Inquiry, 21(3), 175-197, DOI: 10.1080/1047840X.2010.487849

Kurs Gruppe 3, UnivIS 050766

Dozent: Jürgen Golz

Thema: Helligkeitswahrnehmung: Der Chevreul-Effekt

Bemerkung Die erste Sitzung findet am 11.04.2019 von 16 bis 18 Uhr in Raum 422 (OS62) statt.

Inhalt: In diesem experimentalpsychologischen Praktikum soll ein Phänomen der Helligkeitswahrnehmung untersucht werden, das sehr spezifisch erscheinen mag, jedoch von grundsätzlicher theoretischer Bedeutung ist: Betrachtet man nebeneinander liegende Streifen ansteigender Lichtintensitäten (sog. Chevreul-Reize, siehe Schlüter & Golz, 2015, Fig. Ia), so erscheint ein jeder Streifen in sich inhomogen hell, obwohl jeder Streifen in sich physikalisch homogen (d.h. von gleicher Lichtintensität) ist. In der Nähe zum angrenzenden helleren Streifen erscheint er dunkler, in der Nähe zum angrenzenden dunkleren Streifen erscheint er heller (sog. Chevreul-Effekt). Es soll überprüft werden, ob dieses Phänomen daher resultiert, dass das Wahrnehmungssystem bei derartigen Reizen eine inhomogene (in der Intensität ansteigende) Beleuchtung interpretiert.

Literatur:

Kurs Gruppen 4 & 5, UnivIS 050762 & 050763

Dozent: Jabin Kanczok

Thema: Wirkung von Metaphern

Inhalt: Wer auch immer kommuniziert, verwendet Metaphern, meistens unbemerkt, stillschweigend und ohne ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenken
Wir bringen einem anderen etwas nahe, stehen auf Standpunkten, ziehen uns zurück, sind wahnsinnig vor Glück, fühlen uns von Bemerkungen anderer zutiefst getroffen oder dringen tief in andere ein
Manchmal trifft was wir sagen ins Schwarze, manchmal geht es daneben
Wir knüpfen Kontaktfäden und verstricken uns dabei, und wenn wir auf andere zugehen, kommt es zu Berührungen- oder auch nicht. Und manchmal funkt es sogar. 
Wer auch immer denkt, strukturiert den Kosmos seines Bedeutungsuniversums durch Metaphern; er denkt über etwas nach, schiebt andere Gedanken beiseite, gibt seinen Gedanken eine Form oder hängt sie an einem Punkte auf oder verwendet eine Perspektive

Literatur:

  • Lakoff, G., Johnson, M. (2011). Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbilder (7. Aufl.). Heidelberg, Carl-Auer-Systeme-Verlag. 

Kurs Gruppe 6, UnivIS 050970

Dozent: Jabin Kanczok

Thema: Fähigkeiten und dazugehörige Selbsteinschätzung (2 Kleingruppen)

Kurs Gruppe 7, UnivIS 050977

Dozentin: Marlit Lindner

Thema:
Effekte und Potenziale der Digitalisierung von Leistungstests

Bemerkung:
Die erste Sitzung findet am 15.04.2019 von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr statt. Treffpunkt ist das IPN-Foyer (OS 62).

Inhalt: Digitale Prüfungen gewinnen zunehmend an Bedeutung in Schulen, Hochschulen und großen Bildungsstudien. Die Computerisierung gibt neue Spielräume zur Gestaltung von Testaufgaben, beispielsweise durch multimediale Elemente oder automatisiertes Feedback. Im Rahmen eures EXPI-Praktikums werdet ihr in die COMET-Arbeitsgruppe am IPN in Kiel eingebunden, in der wir experimentelle pädagogisch-psychologische Forschung zu diesen Themen betreiben. Eure Arbeit wird sich ebenfalls in diesem Feld bewegen, wobei wir die Details gemeinsam festlegen. Ideen für Fragestellungen werde ich euch in der ersten Sitzung vorschlagen, aber ihr seid herzlich eingeladen eigene Akzente zu setzen. Die Erhebungen finden voraussichtlich mit einem Klassensatz Laptops in den Räumen des IPN statt. Ihr solltet Interesse an pädagogisch-psychologischen Fragestellungen mitbringen und Spaß am Gestalten von Lern- und Testmaterialien haben.

Kurs Gruppe 8, UnivIS 050366

Dozent: Joshua Lorenzen

Thema: Einfluss von Horrorfilmmusik auf die Wahrnehmungsempfindlichkeit

Inhalt: Liz Phelps und Kollegen (2006) fanden heraus, dass sich in Anwesenheit eines furchteinflößenden Reizes die Wahrnehmungsgenauigkeit verbessert. So führte die kurze Präsentation eines Fotos eines furchtvoll blickenden Gesichtes zu einer verbesserten Kontrastsensitvität in einer darauffolgenden visuellen Diskriminationsaufgabe im Vergleich zu neutralen Gesichtsfotos. In dem Experimentalpsychologischen Praktikum wollen wir untersuchen, ob sich dieser Wahrnehmungsvorteil auch in Anwesenheit von Horrorfilmmusik zeigt, im Vergleich zum Beispiel zu Bedingungen mit keiner, neutraler oder fröhlicher Musik. Wir können uns natürlich auch unsere eigenen Experimentalparadigmen ausdenken, mit denen wir die Wirkung von Horrorfilmmusik untersuchen.

Literatur:

  • Fox, E. (2008). Emotion science cognitive and neuroscientific approaches to understanding human emotions. Palgrave Macmillan, 165-172.
  • Phelps, E. A., Ling, S., & Carrasco, M. (2006). Emotion facilitates perception and potentiates the perceptual benefits of attention. Psychological science, 17(4), 292-299.

Kurs Gruppe 9 & 10, UnivIS 050362 & 050367

Diese beiden Gruppen werden von einem/einer noch einzustellenden Dozierenden betreut, dessen/deren Stelle zur Zeit noch in der Vergabe ist. Die Stelle ist rechtzeitig zum Beginn des Praktikums besetzt.

Kurs Gruppe 11, UnivIS 050364

Dozentin: Daniela Renger

Thema: Ungleichheit und Individuum (2 Kleingruppen à 4 Personen)

Inhalt: Moderne Gesellschaften sind durch ständig wachsende Ungleichheiten auf verschiedenen Dimensionen gekennzeichnet. Ungleichheiten entstehen dabei durch bestimmte politische Systeme oder auch durch ungleiche Verteilung von Ressourcen. Eine kürzlich erschienene Studie zeigt, dass beispielsweise ökonomische Ungleichheit Wettbewerb fördert und Kooperation hemmt und darüber hinaus auch die (Selbst)wahrnehmung von Individuen beeinflussen kann. Dieser interessanten Fragestellung, wie das System die einzelne Person formt, soll im Experimental-psychologischen Praktikum nachgegangen werden. Hierfür soll eine Form (gesellschaftlicher) (Un)gleichheit experimentell variiert und Auswirkungen auf verschiedene Aspekte der Selbstwahr-nehmung untersucht werden.

Kurs Gruppe 12, UnivIS 050365

Dozent: Tom Scherzer

Thema: Geschlechtergerechte Sprache

Inhalt: In der deutschen Sprache kann das grammatische Maskulinum generisch verwendet werden, beispielsweise wenn gemischtgeschlechtliche Gruppen gemeint sind ("die Studenten"). Die Verwendung des sog. generischen Maskulinums wird jedoch zunehmend kritisch gesehen, weil es Frauen benachteiligen soll (z.B. Stahlberg, Braun, Irmen & Sczesny, 2007, S. 170). Geschlechtergerechte Alternativformen wie Beidnennung, Neutralisierung, Gender-Sternchen usw. werden wiederum als weniger leicht lesbar und schwerer verständlich kritisiert, obwohl empirisch bislang keine großen Effekte nachgewiesen werden konnten (siehe z.B. die Zusammenfassung von Pöschko & Prieler, 2018). Aus kognitionspsychologischer Sicht stellt sich vor allem die Frage, ob geschlechtergerechte Schreibweisen möglicherweise das Arbeitsgedächtnis stärker belasten als das generische Maskulinum und dadurch einen negativen Einfluss auf die Verständlichkeit von Texten haben. Die bisherigen empirischen Befunde zur Verständlichkeit von Texten basieren meist auf subjektiven Messmethoden. Das Ziel dieses Praktikumsprojekts ist es, mit objektiven Messmethoden zu untersuchen, ob bzw. unter welchen Umständen unterschiedliche Schreibweisen das Textverständnis beeinträchtigen. Weitere Informationen: www.wahrnehmung.psychologie.uni-kiel.de/de/abschlussarbeiten/geschlechtergerechte-sprache

Literatur:

  • Pöschko, H. & Prieler, V. (2018). Zur Verständlichkeit und Lesbarkeit von geschlechtergerecht formulierten Schulbuchtexten. Zeitschrift für Bildungsforschung, 8(1), 5-18. doi.org/10.1007/s35834-017-0195-2
  • Stahlberg, D., Braun, F., Irmen, L. & Sczesny, S. (2007). Representation of the sexes in language. In K. Fiedler (Hrsg.), Social communication (S. 163-187). New York: Psychology Press.